Audi E-Bike lotet neue Grenzen aus (Videos)

Nachdem Smart sein „ebike“ gerade an die Autohändler ausliefert und Opel ebenso wie Ford attraktive Design-Konzepte vorgestellt haben, befasst sich jetzt auch Audi mit dem Thema E-Bike. Kaufen kann man das Audi E-Bike allerdings nicht.

Audi-Technik fürs E-Bike mit „Wow“-Faktor

"e-bike Woerthersee" von Audi

"e-bike Woerthersee" von Audi

Während es Audi beim Konzeptnamen des Prototypen mit „Wörthersee“ noch gemütlich angehen lässt zeigt der erste Blick auf die Fahrleistungen (s. YouTube Video unten) und die verbaute Technik: Hier wird gerade eine ganz neue Liga eröffnet. Denn das Zweirad-Technikkonzept von Audi ist ein Sportgerät, das ähnlich dem Grace One, oder dem PG Blacktrail in keine der üblichen Schubladen passt und sich weder Pedelecs noch Fahrrädern zuordnen lässt.

Fünf Fahrprogramme stehen dem Fahrer des Audi e-bike Wörthersee zur Verfügung, die wahlweise die Tretbewegung unterstützen oder reinen E-Antrieb möglich machen. Im Modus „Pure“ kommt die Antriebsleistung allein vom Fahrer. In der Betriebsart „Pedelec“, die allerdings nichts mehr mit der normalen gesetzlichen Pedelec-Klasse zu tun hat, unterstützt ihn der Elektromotor. Laut Angaben von Audi sind hier bis zu 80 km/h Spitze und 50 bis 70 km Reichweite möglich. Im Programm „eGrip“ ist das Audi e-bike Wörthersee rein elektrisch unterwegs, mit bis zu 50 km/h Höchstgeschwindigkeit. Der Fahrer regelt hier den Vortrieb über einen Drehgriff und kann die Leistung über den Bordcomputer frei konfigurieren. Will der Fahrer mit konstanter Leistung in die Pedale treten, wählt er den Trainingsmodus an. Bei Gegenwind oder Steigungen gleicht dann die E-Maschine die zusätzlich erforderliche Kraftanstrengung aus, so dass sich eine gleichbleibende Leistungsabgabe trainieren lässt.

Highend-Sportgeraet ? das Audi e-bike Woerthersee

Highend-Sportgerät? Hendrik Schaefers, Designer im Concept Studio München bei einer Testfahrt.

Im Wheelie-Modus wird das Audi E-Bike zum Stunt-Fahrzeug

Etwas ganz Besonderes hat sich Audi für Spezialisten wie Trial-Fahrer ausgedacht: Im Wheelie-Modus wird der Fahrer durch eine elektronische Regelung beim Fahren auf dem Hinterrad unterstützt. Dabei lassen sich per Smartphone oder direkt am E-Bike unterschiedliche Betriebsarten anwählen – entweder der Modus „Power Wheelie“ mit einstellbarem Wheelie-Winkel für weniger geübte Fahrer oder der Modus „Balanced Wheelie“ für den erfahrenen Fahrer. Beim „Balanced Wheelie“ hält die elektronische Regelung das Gleichgewicht, indem sie die Bewegungen des Fahrers nach vorne oder hinten durch Antreiben oder Abbremsen über den E-Motor ausgleicht.

Der Fahrer kann somit auf dem Hinterrad fahrend durch Verlagerungen des Gewichts die Geschwindigkeit beeinflussen. Lehnt er sich nach vorne, wird das Audi-Bike schneller. Lehnt er sich nach hinten, wird es langsamer.

E-Bike als Audi-Leistungsschau

Das Audi e-bike Wörthersee ist ein Highend-Pedelec, das die Kompetenzen der Marke – design, ultra, connect und e-tron – zusammenbringen und laut Audi die Grenzen des technisch Machbaren in den Feldern Gestaltung, Leichtbau, Vernetzung und Elektromobilität neu ausloten soll.

Audi e-bike Woerthersee

Seitenansicht des Audi E-Bikes mit ausgefahrenem Sattel

Schon auf den ersten Blick wirkt das Showbike futuristisch, wie ein Bike von übermorgen. Alle Komponenten, bis hin zu den Pedalen, sind von Audi-Designern gezeichnet. Die 26 Zoll großen Laufräder aus Karbonfasern etwa, von denen jedes nur 600 Gramm wiegt, tragen ein neuartiges Blade-Design mit breiten, flächigen Speichen. Nur 1.600 Gramm wiegt der ultraleichte Karbon-Rahmen. Er folgt bionischen Prinzipien, die der Natur nachempfunden sind. Nur dort, wo tatsächlich Belastungen auftreten, sind Materialverstärkungen erfolgt. Die Schwinge, die das Hinterrad führt, besteht ebenfalls aus Karbonfasern. In Summe spiegelt das Audi e-bike Wörthersee die volle Bandbreite der ultra-Leichtbaukompetenz der Marke wider.

Als E-Maschine dient ein permanent erregter Synchronmotor, der am tiefsten Punkt des Rahmens sitzt und direkt auf die Welle des Tretlagers wirkt. Das maximale Moment am Hinterrad liegt bei 250 Nm. Die E-Maschine gibt 2,3 kW Spitzenleistung ab – laut Audi ein neuer Bestwert in der E-Bike-Welt. Das komplette Bike wiegt 21 Kilogramm, was einem Leistungsgewicht von 9 Kilogramm pro kW oder 7 Kilogramm pro PS entspricht. Auch das laut Audi eine Rekordmarke.

Die Lithium-Ionen-Batterie ist entnehmbar im Rahmen untergebracht. Sie bietet bei 48 Volt Spannung eine Kapazität von 530 Wh. Schon nach nach zweieinhalb Stunden soll der etwa fünf Kilogramm schwere Akku  an einer 230 Volt-Steckdose vollgeladen werden können.

Vielseitig und innovativ: Die Ausstattung
Typisch Audi: Licht als Gestaltungsmerkmal mit LED-Lichtband am Sattel

Typisch Audi: Licht als Gestaltungsmerkmal mit LED-Lichtband am Sattel

Die Neungang-Schaltung wechselt die Gänge hydraulisch betätigt sequenziell und in kürzester Zeit, wie eine R tronic im Audi R8. Die beiden Scheibenbremsen arbeiten ebenfalls hydraulisch. Trickreich: Die Höhe der Sitzbank lässt sich vom Lenker aus stufenlos in der Höhe einstellen, auch während der Fahrt. Die Vorderradgabel, die dem aufwändigen Upside-down-Prinzip folgt, ist luftgefedert und bietet 130 Millimeter Federweg. LED sorgen für helles Licht; die vordere Einheit ist in den Lenker, die hintere im Sitz integriert.

Im Oberrohr des Rahmens ist der Bordcomputer untergebracht, der sich über einen Touchscreen bedienen lässt. Zu seinen Funktionen gehören der Wechsel der Fahrmodi, die Aufzeichnung von Tricksequenzen und die Einstellung der E-Bike-Funktionen, etwa der elektrischen Unterstützung und der Beleuchtung. Auf dem Display werden die Geschwindigkeit, die zurückgelegte Distanz, der Ladezustand der Batterie, der Energieverbrauch und der aktuelle Neigungswinkel angezeigt.

E-Bike mit Social-Media-Anbindung

Das Smartphone des Fahrers kommuniziert per WLAN mit dem Bordcomputer. Die Antenne ist hierbei in die Vorderrad-Bremsleitung integriert. Beim Starten wird die Wegfahrsperre über das Smartphone deaktiviert und die Fahrbereitschaft hergestellt. Soviel zur Technik. Das eigentliche Highlight ist aber die Social-Media-Anbindung des E-Bikes. So lassen sich über die Schnittstelle zwischen Bordcomputer und Smartphone Videobilder von der Fahrt und auch ganze Tricksequenzen ins Internet oder zum Trainer übermitteln.

Jeder erfolgreich durchgeführte Trick wird mit Erfolgspunkten belohnt. Mit zunehmender Punktezahl erhält der Fahrer Auszeichnungen und das Anforderungslevel steigt an. Über ein Gesamtranking im Internet soll es möglich sein, sich mit anderen Fahrern und Freunden zu messen. Deren Aufenthaltsort wiederum kennt der Fahrer über Facebook-Statusmeldungen, die auf dem Display des Audi E-Bikes angezeigt werden.

Kaufen kann man das Audi E-Bike nicht

Offiziell und im „Stuntmodus“ vorgestellt wurde das Audi E-Bike auf dem traditionellen Tuning-Treffen der VW-Gruppe am Wörthersee am 16. Mai 2012. Trial-Biker Julien Dupont und Downhill-Spezialistin Petra Bernhard demonstrierten auf der Bühne ihre Fähigkeiten.Erste Fahreindrücke mit Julien Dupont gibt es auf YouTube (s.u.). Leider wurde vor kurzem bekannt, dass man das das Audi E-Bike nicht kaufen kann. Bis auf weiteres bleibt es bei einem Prototypen. Der Preis würde  nach Branchenmeinung für das vorgestellte Rad nicht unter 7.000 Euro liegen.

Steigt Audi ernsthaft in den E-Bike-Markt ein?

Vieles spricht dafür. Vor Kurzem hat die Meldung für Aufsehen gesorgt, dass die Audi AG den traditionsreichen italienischen Hersteller von Sportmotorrädern Ducati Motor Holding S.p.A. übernimmt. Die Übernahme soll schnellstmöglich nach der kartellrechtlichen Freigabe erfolgen. Das deutet darauf hin, dass Audi, genauso wie Mercedes-Benz mit Smart, eine große Zukunft für E-Bikes, Elektroroller und allgemein Zweiradmobilität sieht.

Offizielles Audi-Video zum E-Bike Wörthersee


Hier das Video von Motorrad-Freerider Julian Dupont.

 


Bilder: Audi AG
Video: Julian Dupont / Urban Freestyle Trial

 

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10 Kommentare

  1. ronald sanne sagt:

    hallo
    wann wird es das e-bike geben
    ich will es so schnell wie möglich

    wozu denn nur ein prototyp?
    wenn ich es nicht kaufen kann
    ist ein prototyp rausgeschmissenes geld

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  2. Birdal sagt:

    Ab wann kann ich es kaufen? Via Audi Shop oder?
    Und wie mit Ersatzteilen?

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    • Hallo,

      beim Audi E-Bike handelt es sich leider um einen unverkäuflichen Prototypen.
      Ob es ein E-Bike Projekt geben wird steht bislang noch in den Sternen – oder besser gesagt den „Ringen“.
      Viele Grüße
      Reiner Kolberg

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  3. Gast sagt:

    man müsste ja dann noch ein nummernschild einbauen oder?

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    • Hallo,

      ja, ein Nummernschild muss für den Straßenverkehr auf jeden Fall dran, denn ein „Fahrrad“, bzw. Pedelec ist das Audi e-Bike mit bis zu 80 km/h und 2.3 KW trotz Pedalen auf keinen Fall. Dazu kommt dann natürlich auch noch eine Motorrad- oder Crosshelm bei Fahren, Blinker, Spiegel etc. So wie es jetzt aufgebaut wurde, ist es ein reines Sportgerät ohne Straßenzulassung!

      Viele Grüße,

      Reiner Kolberg

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  4. hawdam sagt:

    wie es die preis genau ?

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    • Hallo,

      beim Audi E-Bike handelt es sich um einen in Handarbeit gefertigten Prototypen.
      Ob eine Serienfertigung erfolgt und ggf. mit welcher Ausstattung ist noch nicht entschieden.
      Deshalb kann auch über den Preis bislang nichts gesagt werden.

      Mit Carbonrahmen und der verbauten Technik wäre bei einer Serienfertigung meiner Meinung nach aber mit mindestens 7.000 Euro zu rechnen.

      Viele Grüße

      Reiner Kolberg

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