Gewinner des E-Bike Awards stehen fest

Kopf-an-Kopf-Rennen: Beim E-Bike-Award 2012 musste die Jury aus 51 eingereichten Projekten auswählen. Aus acht Nominierten wurden 3 Preisträger ausgezeichnet.
Finale des E-Bike Awards auf der Kölner Intermot

E-Bike-Award-2012Im Rahmen der Kölner Motorrad- und E-Mobil-Messe Intermot feierte der „E-Bike Award 2012“ am 4. Oktober 2012 ein großes Finale. Die Initiatoren der bundesweiten Auszeichnung, RWE Deutschland und der Verein ExtraEnergy e.V. hatten dazu Mobilitätsverantwortliche aus Städten und Gemeinden, Tourismusverbänden, Verkehrsbetrieben und anderen öffentlichen Einrichtungen eingeladen. Ausgezeichnet wurden Projekte, die E-Bikes nachhaltig in die Alltagsmobilität oder das touristische Angebot integrieren.

Bei der Preisverleihung warb die Kölner Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes für weitere kommunale Initiativen zur Verknüpfung von E-Bikes und Öffentlichem Personennahverkehr: „Ein Fahrschein für alle Verkehrsmittel könnte eines Tages der Schlüssel sein für mehr Mobilität im Alltag und der Freizeit.“ Sebastian Ackermann, Leiter Kommunikation der RWE Deutschland AG, ergänzte: „Zwei Räder mit elektromobilem Schwung gehören in jedes kommunale Verkehrskonzept. Hierfür geben wir Impulse: mit unserer Kampagne E-Bikes-on-Tour, dem Sponsoring von E-Bikes und dem Award für wegweisende Ideen rund um die E-Mobilität mit Pedelecs.“

Kölns Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes (Mitte) übergibt zusammen mit Sebastian Ackermann, Leiter Kommunikation RWE Deutschland (2.v.li.) und Hannes Neupert, erster Vorsitzender ExtraEnergy e.V. (links) den ersten Preis des E-Bike-Awards an die Hochschule Wismar, vertreten von Prof. Udo Onnen-Weber (2.v.r.), Markus Krüger (3.v.li.) und Katharina Uraup (3.v.r.).

Initiiert wurde der „E-Bike Award 2012“ von „ExtraEnergy e.V.“, der seit mehr als 20 Jahren die Entwicklung von Elektrofahrrädern unterstützt, und der RWE Deutschland AG, die mit der Aktion „E-Bikes on Tour“ immer mehr Menschen für das Radeln mit dem Pedelec begeistert. Unterstützt wird der Award von der Internationalen Energieagentur (IEA) und dem EU-Programm „Intelligente Energie – Europa“ (IEE).

Gewinner: „inmod“ – intermodaler Verkehr im ländlichen Raum

Mit dem „E-Bike Award 2012“ wurde das Projekt inmod“ – Elektromobilität auf dem Land, ausgezeichnet. Das vom Kompetenzzentrum Ländliche Mobilität an der Hochschule Wismar entwickelte System vernetzt in Mecklenburg-Vorpommern per E-Bike den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) mit dem Individualverkehr. Elektro-Expressbusse fahren nicht mehr „über die Dörfer“ sondern auf den Hauptstraßen. Die Haltestellen außerhalb der Ortschaften erreichen die Nahverkehrsnutzer per E-Bike in maximal zehn Minuten. So sind sie wesentlich schneller am Ziel – Busfahren auf dem Land wird wieder attraktiv.

Beim Projekt „inmod“ stehen die E-Bikes in 250 Fahrradgaragen an den Haltestellen, in den Dörfern, Betrieben und Hotelanlagen bereit, die per Smartcard bedient werden. Eine eigens entwickelte Software gewährleistet den Zugang, stellt die Logistik und das Lademanagement sicher und übernimmt die Kontrolle über die funktionsgerechte Benutzung der E-Bikes. Drei Jahre lang wird dieses System auf vier Strecken getestet, darunter von Usedom nach Anklam und von Waren nach Neustrelitz.

„Durch die Eingliederung der E-Bike-Fahrt in den Bus-Tarif wird das E-Bike als innovatives Verkehrsmittel nicht nur funktional sondern auch rechtlich Teil des ÖPNV. Dies ist ein richtungsweisender und intelligenter Ansatz, der die Mobilität in ländlichen Räumen sicherstellt und E-Bikes als eigenständiges, ernsthaftes Fortbewegungsmittel in den Alltag integriert“, so die Begründung der Expertenjury bei der Preisverleihung.

 2. Platz: „ST mobil“ / Mettingen

Den 2. Platz des „E-Bike Award 2012“ belegten die Regionalverkehr Münsterland GmbH und der Kreis Steinfurt mit ihrem Modellprojekt „ST mobil“ in Mettingen. Auch hier werden Bus und E-Bike auf intelligente Weise zu einem Gesamtkonzept verknüpft, um die Attraktivität des ÖPNV zu erhöhen: Der Takt des Schnellbusses wurde verkürzt, für kurze Wege stehen E-Bikes bereit, ein Flatrate-Ticket umfasst auch die E-Bike-Nutzung – in der Einführungsphase sogar kostenlos. So will „ST mobil“ das E-Bike als vollwertiges Verkehrsmittel etablieren. „Dies ist ein besonders innovativer Ansatz für die verstärkte Nutzung von E-Bikes in der Stadtentwicklung“, begründete die Jury ihre Entscheidung.

 3. Platz: „Vollautomatisches E-Bike Verleihsystem“ / Wedelec

Der 3. Platz des „E-Bike Award 2012“ ging an die Stadtwerke Wedel für das Projekt „Vollautomatisches E-Bike Verleihsystem“. Ohne vorherige Anmeldung lassen sich zwei Verleihstationen für „Wedelecs“ (Wortspiel aus Wedel und Pedelec) rund um die Uhr einfach bedienen. Die Ausleihe und Rücknahme erfolgt ähnlich wie bei einem Parkscheinautomaten durch Einstecken einer EC- oder Kreditkarte und Touchscreen-Bedienung. Nach Bezahlung entnimmt der Mieter dem Automaten einen Akku und einer speziellen Fahrradgarage das E-Bike. „Durch die unkomplizierte Bedienung sinkt die Hemmschwelle und der Zeitaufwand für eine E-Bike Ausleihe. Das vollautomatische Ausleihsystem hat deshalb eine große Innovationskraft und ist ein richtungsweisendes Projekt für die effektive Organisation der Vermietung im urbanen Raum“, lobte die Jury das ausgezeichnete Projekt.

 

Bilder: RWE, Reiner Kolberg

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