Marktausblick: Steigende E-Bike-Preise erwartet


Mit günstigeren Preisen ist bei E-Bikes, Pedelecs und Elektrorollern wohl nicht zu rechnen. Trotz fallender Margen bei Herstellern und Händlern sogar eher mit einem deutlichen Anstieg.
Euro-Kurs, Transportkosten und Rohstoffe als Preistreiber bei E-Bikes

Die ZEG hatte Ende Juni angekündigt, dass das Topmodell E45 der ZEG-Eigenmarke Bulls Green Mover  mit Wirkung zum 1. August 2012 um 8,5 Prozent teurer wird. Damit kostet das E-Bike aktuell 3.799 Euro. Grund für die Preiserhöhung ist laut ZEG der schwache Euro. Denn die Komponenten vieler Räder werden weltweit in US-Dollar  eingekauft.

Das sieht auch der Branchenverband ZIV und führt als weiteren Grund für steigenden Preise neben dem schwachen Euro steigenden Transportkosten an:

“Auch die Transportkosten sind noch immer sehr hoch und haben Auswirkungen auf die Kostenstrukturen der Hersteller und Importeure von E-Bikes und Fahrrädern. Neben den hohen Spritpreisen sind als Gründe hierfür die Kapazitätsanpassungen der Reedereien im Asien-Europa-Verkehr zu nennen. Der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) geht deshalb davon aus, dass es aufgrund dieser schwierigen Rahmenbedingungen zu Preisanpassungen für E-Bikes und Fahrräder zur nächsten Saison kommen kann.” (ZIV Pressemitteilung vom 06.08.2012)

Nach einem Bericht des Branchenmagazins BikeEurope führt die von Wirtschaftsexperten befürchtete Preis- und Wirtschaftspolitik Chinas zudem zu steigenden Rohstoffkosten. Insbesondere bei den sogenannten „Seltenen Erden“, die nicht nur für Akkus, sondern auch für Magneten in Elektromotoren gebraucht werden.

Flyer e-Bike Eurobike R.Kolberg

Kunden müssen mit steigenden E-Bike-Preisen rechnen. Im Bild: Flyer E-Bike

BikeEurope schätzt, dass allein aufgrund des starken Preisanstiegs des für leistungsfähige Magnete eingesetzten Neodymium (Nd, 60) Preisanstiege von 30 bis 60 Prozent bei Motoren für Leicht-Elektrofahrzeuge wie E-Bikes, Elektroroller oder Segways zu erwarten sind.

Seltene Erden werden künstlich verknappt

Mit der Politik, die Exporte der Rohstoffe zu limitieren und sie damit deutlich teurer zu machen, verfolgt die chinesische Führung ein klares Ziel: Die einheimische Wirtschaft soll gestärkt und Know-how aus anderen Ländern ins Land gebracht werden. Denn den Export von Elektromotoren, in denen das Material verbaut ist, hat die chinesische Regierung nicht begrenzt. Damit würde künftig ein in China gebauter Elektromotor in der Herstellung zwar immer noch teurer, allerdings wäre hier nur mit einem moderaten Preisanstieg von 15 bis 30 Prozent zu rechnen.

Anmerkung: Auch wenn Pedelecs und Elektroroller in China mittlerweile ein Massenmarkt sind: In Europa spielen chinesische Elektrorad-Hersteller bislang aufgrund veralteter Akkutechnologien, geringerer Reichweiten und eines niedrigeren Technik- und Qualitätsstandards bislang kaum eine Rolle.

 

Aktuelle Berichte zum Thema „China und die Seltenen Erden“ gibt es hier:

>> n-tv: China stoppt Förderung Seltener Erden
>> Spiegel Themenspecial Seltene Erden
>> ZDF “Der erschöpfte Planet – Machtfaktor Erde”  / Video: („Der Nahe Osten hat Öl – China hat Seltene Erden“)

 


Bild: Reiner Kolberg

 

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