Effizient und im Trend: Cargo E-Bikes

Lösung für verstopfte Großstädte?
Als E-Bikes sind auch Lastenräder wieder „schwer“ im Trend.

E-Bike_Flyer_CargoEin neuer Mobilitätstrend hält in europäischen Großstädten Einzug. Immer mehr Unternehmen setzen auf den Einsatz von E-Lastenrädern, um Waren kostengünstig, umweltfreundlich, vor allem aber schnell und pünktlich anzuliefern. Die durchschnittliche Zuladung der neuen Lasten-E-Bikes liegt bei rund 100 kg, einzelne Modelle können sogar deutlich mehr transportieren. Doch nicht nur für innerstädtische Betriebe oder Selbständige sind die Cargo-Bikes interessant: Das Beispiel der Fahrradstadt Kopenhagen zeigt, dass auch Familien gern die Lasten-Bikes nutzen – ganz praktisch und emissionsfrei, Cabrio-Effekt inklusive.

Lösungsansätze für überlastete Innenstädte

Generell haben Lastenräder in Europa eine lange Tradition. Vor der Blütezeit des Automobils und der Erfindung der autofreundlichen Stadt wurden über Jahrzehnte hinweg Alltagswaren wie Werkzeug, Brot oder Kartoffelsäcke nicht nur mit Karren und Pferdedroschken, sondern vor allem auch mit speziellen Fahrrädern transportiert.

Heute wächst vielerorts wieder die Erkenntnis, dass Fahrräder auf Kurz- und Mittelstrecken ideal geeignet sind um Lasten schnell, kostengünstig und ohne Abgase  zu transportieren. Spätestens durch die neue Elektrounterstützung werden Cargo-E-Bikes wieder salonfähig.  Dazu wurde im Juli im englischen Cambridge die European Cycle Logistics Federation (Europäischer Lastenrad Verband) gegründet, die als Interessenvereinigung dafür sorgen will, dass mehr und mehr Transporte mit Lastenräder stattfinden. Insgesamt – das fand der ECF (Europäischer Radfahrer Verband) in einer aktuellen Studie heraus – bedürften eigentlich nur 10 Prozent der transportierten Frachten auch tatsächlich einen LKW, 40 Prozent der Lieferungen könnten sogar in einer Box ans Ziel gebracht werden. Jüngste Studien belegen zudem, dass der Umstieg auf das Fahrrad die Gesundheit fördert und sich im Verhältnis zur Feinstaubgefährdung durch Abgase die Lebenszeit von Radfahrern – im Gegensatz zu Autofahrern – verlängern könnte.

Hier eine Auswahl an pfiffigen und neuzeitlichen Variationen zu diesem schon alten Prinzip – unterstützt durch einen regulierbaren Elektromotor, der jederzeit zu- und abgeschaltet werden kann.
Wichtig: Alle hier vorgestellten E-Bikes gelten rechtlich als Fahrräder und müssen damit weder versichert werden, noch braucht es zum Fahren einen Führerschein oder einen Helm.

E-Cargo-Bike Urban Arrow – Allrounder für die Familie oder den Handwerker

E-Bike_marleen kootk_Urban ArrowDas sogenannte „Bakfiets“, ist in Holland seit vielen Jahren fester Bestandteil des Stadtverkehrs. Dabei handelt es sich um ein Fahrrad mit einer speziellen Rahmenkonstruktion und einer vor dem Lenker und dem Vorderrad integrierten Kiste (niederl. „bak“). In dieser Kiste transportiert man alles, was sonst auf der Rückbank oder im Kofferraum des Autos, respektive Lieferwagens landet: die Kinder in den Kindergarten oder zur Schule, das neue Regal vom Möbelgeschäft nach Hause, das Werkzeug für den Handwerkereinsatz oder die Auslieferung des Mittagssnacks. Diese Idee hatte zum Beispiel  die gewitzte Amsterdamerin Marleen Jansen, die mit ihrer Essen-auf-2-Rädern Firma frisch zubereitetes Essen per Bakfiets nach Hause liefert (www.marleenkookt.nl).

Lange haben sich Gerald van Weel und Jorrit Kreek mit der Vision des perfekten Lastenrades auseinandergesetzt und präsentieren mit der Marke „Urban Arrow“ eine E-Bike-Version, die sich sehen und vor allem gut fahren lassen kann: „Mit unserem weißen Pfeil schießt man schneller und umweltfreundlicher durch die Stadt als mancher denkt.

E-Bike_UrbanArrowDer Vorteil: Das Urban Arrow ist vielseitig einsetzbar, leicht, wendig und somit die perfekte Wahl für Familien mit kleinen Kindern oder etwa innerstädtischen Betrieben, die häufig Dinge von A nach B befördern müssen,“ sagt Kreek. Anstelle des Zweit- oder Firmenwagens, so die Philosophie, solle man (sich) lieber auf ein E-Lastenrad setzen und geräusch- wie emissionslos durch die Stadt gleiten. Immerhin bis zu 110kg Zuladung verträgt das Urban Arrow. Das Antriebssystem besteht aus einem elektrischen Daum Mittelmotor, die Kraftübertragung erfolgt durch eine stufenlose NuVinci N360 Getriebenabe von Fallbrooks, die sich auch unter Volllast schalten lässt. Dazu gibt es bei Urban Arrow Lasten-E-Bike umfangreiches familienfreundliches Zubehör wie beispielsweise einen Regenschutz.

Made in Denmark und Japan: nihola Lastenräder jetzt auch als E-Bike

In Dänemark gehören Lastenräder zum Transport von Kindern, Hunden und dem täglichen Einkauf ganz selbstverständlich zur Austattung von Familien. Direkt aus der Hauptstadt Kopenhagen kommen die dreirädrigen nihola Cargoräder, die es seit Kurzem auch als E-Bike gibt. Der Clou: Sie sind mit einem Mittelmotor vom renommierten japanischen Motorspezialisten Sunstar ausgerüstet und können sogar nachgerüstet werden. Eine Investitionen, die bei den gleichermaßen schweren, wie teuren nihola-Rädern durchaus Sinn macht.

nihola cargobike jetzt auch als E-Bike

E-Bike „Load“ – Der Name ist Programm: für viel Fahrkomfort bei satter Zuladung

E-Bike_riese_u_mueller_loadWie frech und sportiv die neusten E-Lastenräder aussehen können, belegt auch das neueste Modell des hessischen Herstellers Riese und Müller, der mit dem grasgrünen Modell „Load“ ein vollgefedertes Cargo E-Bike mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 200 kg im Programm hat. Reichlich Ladegut kann bequem auf der tief liegenden Ladefläche untergebracht werden und ist, dank Federung, somit auch vor Erschütterungen geschützt. Der Bosch E-Bike-Motor sorgt für einen zügigen und komfortablen Vortrieb, der Akku ist dabei geschickt in den hinteren Teil des Rahmens integriert. Dank variabler Rahmenlänge können Lasten verschiedenster Größen und Formen transportiert werden, auf Wunsch schaltet das Rad sogar stufenlos mit einer N360 Getriebenabe. Das harmonisch zusammenarbeitende Antriebssystem von Bosch und NuVinci wurde in Fachmagazinen zuletzt sogar als empfehlenswerteste Kombination für E-Bikes überhaupt gekürt.

Flyer Cargo – das alltagstaugliche Kompakte mit hohem Nutzwert

Die Schweizer E-Bike-Spezialisten und Flyer-Macher von Biketec setzen bei ihrem Cargo E-Bike auf einen kompakten Fahrradtyp, mit tiefem Durchstieg und Lastenverteilung per Front- und Heckträger. Entscheidender Vorteil ist dabei das normale Maß dieses Lasten-E-Bikes, denn die Konkurrenten mit dem langen Radstand bedürfen zumeist einer geräumigen Abstellmöglichkeit in Hinterhof oder Garage.

E-Bike_Flyer CargoSein Lasten-E-Bike sieht der Schweizer Hersteller vor allem auch im Alltags- und Freizeitsegment: Ob beim Großeinkauf am Markt, beim Sonntagsausflug mit Picknick-Korb für die ganze Familie und bei Alltagseinsätzen jeglicher Art. Insgesamt sind bis zu 160 kg Gesamtladung möglich, Befestigungspunkte für Packtaschen erweitern die Lademöglichkeiten zusätzlich. Auch Biketec setzt bei seinem Flyer Cargo auf die Stufenlosschaltung von NuVinci, in Kombination mit den bewährten Antrieben von Panasonic mit 250 oder 300 Watt – letztere für schnelle Pedelecs der sogenannten S-Klasse).

iBullit: E-Bike mit Transportbox und Solarpanel als Zubehör

DLR testet Lasten-E-Bikes "Ich ersetze ein Auto"Ein weiteres Lasten-E-Bike haben wir vor kurzem hier auf e-bikeinfo.de vorgestellt: Das iBullit von Urban-e, das es sogar mit einem Solarpanel zur Energiegewinnung während der Fahrt gibt. Hier gibt es mehr zum iBullit, das sich gerade im Cargo-E-Bike-Flottentest des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum DLR befindet.

Höhere Lasten erfordern höhere Stabilität

Der Transport von Lasten, die von Gewicht und Größe her weit über den gängigen Transportgegenständen auf Zweirädern liegen, stellt naturgemäß besondere Anforderungen an Fahrrad und Einzelkomponenten. Neben einem stabilen Rahmen müssen auch Antrieb, Laufräder, Reifen und Bremsen darauf ausgelegt sein, mit dem Mehr an Kräften, das auf sie wirkt, umzugehen. Deshalb benötigen die Räder einen kraftvollen Motor, eine robuste Getriebenabe wie die von NuVinci, die zuletzt gar einen 16.000 km Langzeittest in Australien unbeschadet überstand, und kraftvoll zupackende hydraulische Scheibenbremsen.

„Elektrisch unterstützte Lastenräder müssen belastbar sein und zuverlässig funktionieren. Gerade in Kleinbetrieben oder beim Paketausfahren, wo die Räder tagtäglich eingesetzt werden, sind Robustheit und Wartungsarmut unabdingbar“, so Jorrit Kreek von Urban Arrow. Jack Brandsen, europäischer Vertriebsleiter bei NuVinci sieht der Zukunft von Lastenrädern ebenfalls positiv entgegen. „Der Trend, der in Holland oder auch in Skandinavien längst in vollem Gange ist, wird sich auch in den deutschen und anderen internationalen Großstädten durchsetzen. Das ist schlichtweg eine Frage der Zeit.“

E-Bike-Leasing ideal für den gewerblichen Bereich

Kostenvergleich PKW E-Bike LeaseRadUnternehmen und Selbständige können mit dem Einsatz von E-Bikes besonders profitieren: Sie sind gerade in Großstädten schneller beim Kunden, haben weder Parkplatzprobleme noch hohe laufende Kosten und müssen weniger Kapital binden. Ein grünes Image und gesunden Fahrspaß für die Mitarbeiter gibt es umsonst obendrein.

Mehr zu den Vorteilen von E-Bikes im gewerblichen Bereich und den Möglichkeiten zur Finanzierung, zum Beispiel durch das Unternehmen LeaseRad im Artikel „Unternehmen setzen auf E-Bikes hier auf e-bikeinfo.de Übrigens: Dienstfahrräder und Dienst-E-Bikes können inzwischen von der Steuer abgesetzt werden. Versteuert werden muss – analog zu Dienstwagen – mit 1 Prozent des Anschaffungswerts nur ein kleiner Teil zur Eigennutzung. Mehr auf der LeaseRad-Website JobRad.

 

Bilder: Urban Arrow, Riese und Müller, Flyer, Urban-e, marleenkookt, nihola

 

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5 Kommentare

  1. Ugur sagt:

    Klasse Beitrag. Will man E-Mobilität in Städten etablieren, so geht das am besten mit Zweirädern. Schade das hier keine preise stehen

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  2. Ugur sagt:

    Elektroroller könnte mann ebenfalls für den Bereich, Post, Securitas, Kurierfahrten etc…. einsetzen. Und wenn der Staat für den gewerblich Bereich dies noch bezuschussen würde, würde die E-mobilität sich schneller durchsetzten.

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  3. Mori sagt:

    Schade dass die Preise fehlen.

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  4. Henrik Russ sagt:

    Mein Favorit ist das Urban Arrow – ich spare schon drauf, muss es privat kaufen.

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