E-Bike fahren geht auch im Winter

Kann man mit dem E-Bike auch im Winter fahren? Hier einige Tipps aus erster Hand von Peter Horsch, Produktmanager und Winter-Testfahrer bei riese & müller. und einige meiner liebsten Produkte.
Mit guter Pflege und der richtigen Kleidung kommen sie auf dem e-Bike gut durch den Winter

Mit guter Pflege und der richtigen Kleidung kommen Sie auf dem e-Bike gut durch den Winter

Kann man im Winter E-Bike fahren?

Peter Horsch: Ja natürlich. Die Nutzung eines E-Bikes ist sogar deutlich komfortabler als die eines herkömmlichen Fahrrades. Durch die Motorunterstützung schwitzt man nicht so stark und man kann, dem Wetter angepasste, warme Kleidung tragen. Die Gefahr mit durchgeschwitzem Unterhemd vom Fahrrad zu steigen ist bei einem E-Bike viel geringer. Auch bei Regen und Sturm kann problemlos wasserdichte Kleidung getragen werden, so dass man sich während der Fahrt mollig warm und gut geschützt fühlt. Wichtig dabei ist natürlich, dass man unter dem Fahrradhelm eine spezielle winddichte Haube trägt, die den Kopf vor Auskühlung schützt. Außerdem haben sich unsere riese und müller Hot-Ears als perfekte Kombination erwiesen, um zusätzlichen Schutz für die Ohren gegen Kälte und lästige Windgeräusche zu bieten.

Muss ein Elektrorad technisch an den Winter angepasst werden?

Peter Horsch: Nein, unsere E-Bikes sind für den ganzjährigen Einsatz vorgesehen. Natürlich sollte die Beleuchtung intakt sein und das Fahrrad technisch in einem einwandfreien Zustand. Auch die Bremsbeläge und die Kette unterliegen im Winter einem größeren Verschleiß. Wer will, kann  All-Terrain Reifen mit einem gröberen Profil montieren, die auf Schnee und Schotter mehr Traktion und Halt bieten. Spikes empfehlen wir nur für diejenigen, die komplett auf einer geschlossenen Schneedecke unterwegs sind, da auf Asphalt der Rollwiderstand und der Verschleiß eines Spikereifens einfach zu hoch ist.
Tipp: Mehr zum Thema Spikes im Artikel Mehr Bodenhaftung: Spikereifen für E-Biker

Was muss man bei der Unterbringung und Pflege eines E-Bikes beachten?

Peter Horsch: Zunächst einmal sollte man das Pedelec genauso sorgfältig behandeln wie ein anderes hochwertiges Fahrrad auch. Es ganz ungeschützt im Freien stehen zu lassen ist nie sinnvoll. Ein Fahrrad und die verbauten Komponenten müssen auch einmal trocknen können und sollten regelmäßig gereinigt und konserviert werden. Der Pflegeaufwand ist im Winter deutlich höher als im Sommer. Es kann sogar nötig sein, die Kette mehrmals in der Woche zu ölen und das Fahrrad zu reinigen.

Worauf sollte man bei Kontakt mit Wasser achten?

Peter Horsch: Schon beim Fahren gilt: Die Elektrik darf nicht unter Wasser getaucht werden – etwa bei extrem tiefen Pfützen, die die Nabe erreichen. Aber normaler Regen und Spritzwasser machen der Elektrik nichts aus, da diese gut geschützt gegen solche Einflüsse untergebracht ist. Zum Thema Reinigung: Verzichten Sie auf Hochdruckreiniger, denn unter Druck kann Wasser auch in abgedichtete Lager oder die Elektrik etc. gelangen. Eine Reinigung mit Schwamm und warmem Wasser ist immer noch am besten und sehr schonend. Anschließend das Fahrrad mit klarem Wasser nachspülen und trocken reiben.

Kann ich das Pedelec draußen stehen lassen?

Peter Horsch: Natürlich. Aber wie vorhin schon erwähnt, sollte das Pedelec gegen Regen und Schnee geschützt sein. Optimal ist ein Unterstellplatz wie ein Carport oder ein einfaches Vordach, möglich ist auch ein Regenponcho. Wichtig: Es muss genügend Luft an das Rad kommen, damit sich kein Stauwasser bildet und das Fahrrad wirklich trocken werden kann. Die Garage mit dem Auto zu teilen ist nur der zweitbeste Abstellplatz; besonders wenn ein häufig genutztes Auto darin steht, wird hier durch den Straßenschmutz und das häufig entstehende Kondenswasser die Korrosionsbildung unterstützt – nicht nur an der Elektrik. Wenn ein warmes Auto im Winter in die Garage gefahren wird und das Fahrrad daneben steht, wird viel Feuchtigkeit und auch oft Salz mit in die Garage gebracht, und das schlägt sich dann oft auf dem Fahrrad nieder. Besser ist also ein separater Ort, extra für das Fahrrad.

Was ist im Winter beim Fahren zu beachten?

Peter Horsch: Zwischen 5° und 30° Celsius fühlt sich die Elektrik am wohlsten. Jedoch können Elektrofahrräder bei Außentemperaturen von -10°C bis +40°C  problemlos genutzt werden. Wer bei tieferen Temperaturen (unter dem Gefrierpunkt) fährt, sollte jedoch den Akku mit in die Wohnung/ins Büro nehmen, sobald er am Ziel angekommen ist, um ihn nicht zu sehr abkühlen zu lassen und ihn erst wieder aufs Rad setzen, wenn wieder losgefahren wird. Im Fahrbetrieb selbst schaden Minusgrade dem Akku nicht, da der Akku sich durch die Stromentnahme selbst „warm hält“. Darum ist es auch wichtig, im Winter sofort mit Unterstützung loszufahren, solange der Akku noch warm ist.

Etwas Pflege ist beim Akku im Winter auch wichtig: Ist Salzwasser oder viel Regen im Spiel, sollten die Kontakte am Fahrrad und am Akku gereinigt werden. Anschließend sollten die Kontakte mit Polfett konserviert werden. Polfett für Batterien bekommt man in kleinen Tuben im Autozubehör-Handel.

Und wie kann ich das Pedelec einwintern?

Peter Horsch: Wer von der wunderbaren Faszination des Radfahrens im Winter nicht Gebrauch machen möchte, oder wem das Wetter einfach zu schlecht ist, der kann sein E-Bike natürlich auch in den Winterschlaf schicken. Dies geschieht wie bei einem ganz normalen Fahrrad auch: waschen, gut pflegen und ölen und dann an einem trockenen Ort abstellen. Mehr Aufmerksamkeit sollte dem Akku zuteilwerden. Nehmen Sie ihn aus dem Fahrrad heraus.

Der Akku kann zwischen -10°C bis +60°C gelagert werden. Falls es kälter wird, sollten Sie den Akku jedoch zur Sicherheit lieber im Haus oder Keller lagern. Wer den Akku bei extremen Minustemperaturen am Rad lässt ohne damit zu fahren, riskiert eine tiefere Entladung oder gar, je nach Minusgraden, sogar Schäden. Wichtig: Vor der Einwinterung noch einmal laden – genauso wie vor der ersten Fahrt im Frühjahr. Nach dem Ladevorgang sollte der Akku vom Ladegerät getrennt werden und separat gelagert werden.

Es gibt Ladegeräte, die dem Akku bei langer Lagerung kleine Ströme entnehmen und ihn so bei einer sehr langen Lagerung entladen. Dies gilt nicht für alle Ladegeräte und Akkus, trotzdem sollten Sie im Zweifel den Akku immer trennen. Eine Funktion mit Erhaltungsladung gibt es zur Zeit leider noch nicht. Dauert die Pause länger, sollten Sie darum alle ein bis zwei Monate den Akku einmal zwischenladen.
Tipp: Mehr Informationen zum Thema Akku im Artikel Reichweiten und Akku-Test

Hier noch einige ganz persönliche Empfehlungen fürs Radfahren im Winter

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(PS: VAUDE gehört beim Thema Fahrrad aufgrund der Qualität, Funktionalität und der unternehmerischen Verantwortung zu unseren Favoriten)

riese und müller zeigt mit der Handykamera, was man mit dem E-Bike im Winter alles machen kann.


Video: riese und müller
Bild: Pressedienst Fahrrad

 

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3 Kommentare

  1. Walter Wasmuth sagt:

    Mein Akku, ca 2 Jahre alt, fällt bei einer ansteigenden Bergfahrt plötzlich komplett aus. Nach ca. 5 Minuten hat er aber wieder Saft und ich kann weiterfahren. Es handelt sich um einen Akku XH370-10J. Mein Fahrrad ist von der Fa. Mifa.

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    • Hallo,
      am besten wenden Sie sich direkt an den Fachhändler in der Nähe, der die Räder / den Motor führt.
      Dann haben Sie auch die Garantie, dass er geschult ist und die nötigen Testgeräte vor Ort hat, bzw. zusammen mit dem Hersteller (auch das geht) prüft.
      Viele Grüße
      Reiner Kolberg

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  2. Werner sagt:

    Danke für diesen sehr informativen Beitrag der mit wertvollen Tipps zeigt das e-Bike fahren auch im Winter sehr viel Spaß machen kann.

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