Qual der Wahl: Der richtige E-Bike-Motor

Der Motor ist das Herzstück eines E-Bikes. Doch er allein bestimmt nicht das Fahrverhalten, denn im Wesentlichen kommt es auf die gute Abstimmung aller Komponenten an.

Suchen Sie sich den E-Bike-Motor, der zu Ihnen passt!

Bosch E-Bike-Motor Drive Unit 45

Bosch E-Bike-Motor „Drive Unit 45″ für S-Pedelecs

Eine gute Sensorik ist genauso entscheidend wie die richtige Lastverteilung zwischen Motor und Batterie. Und letztlich kommt es ganz wesentlich auch darauf an, wozu Sie Ihr E-Bike einsetzen wollen und was Ihnen am besten liegt: Von gediegen-sanfter Unterstützung beim Pedalieren bis zum sportlich-ungestümen Vorwärtsstürmen sind – analog zu Automobil und Motorrad – alle Varianten zu haben.

Software-updates beeinflussen das Fahrverhalten von E-Bikes

Dabei gibt es inzwischen auch einen neuen Trend: Durch Updates der E-Bike-Steuerung können Fahreigenschaften inzwischen maßgeblich beeinflusst werden. So gibt es für gemütliche und sportliche Fahrer unterschiedliche Abstimmungen.
Mehr zum Zusammenspiel von Steuerung und Motor im Artikel: „Elektronik und Bedienung: Gut abgestimmt?

Tretlager-, oder Nabenmotor, Vorder- oder Hinterradantrieb für’s E-Bike?

  • E-Bike-Mittelmotoren
    Grundsätzliche Vorteile beim Ausbalancieren des Fahrrads bieten Mittel- oder Tretlagermotoren, wie der E-Bike-Motor von Bosch Zudem bietet der Antrieb die sanfteste Unterstützung, da sowohl Muskel- wie Motorkraft an der gleichen Stelle auf die Kette wirken. Früher hatten Mittelmotoren den Nachteil, dass sie nicht mit einer Rücktrittbremse kombiniert werden konnten. Aber dieses Problem ist inzwischen technisch gelöst. Die Firma Derby Cycle bietet den selbst konstruierten Antrieb „Impulse“, der inzwischen in der Version 2.0 noch besser funktioniert und dem Bosch-Motor vielen Expertenmeinungen nach mindestens ebenbürtig ist, genau wie Bosch und Panasonic auch mit Rücktritt an.
    Dazu bieten Mittelmotoren hervorragende Eigenschaften für Mountainbikes: Bei andauernden Steigungen überhitzen sie nicht und auch die Gewichtsverteilung hat im Gelände viele Vorteile.
  • Nabenmotoren im Vorderrad
    Sie haben den Vorteil, dass sie ohne großen Aufwand eingebaut und mit den verschiedensten Schaltungsarten oder Rücktritt kombiniert werden können. In der Regel wird der Akku bei Vorderradantrieb am Gepäckträger verbaut. Damit wird das E-Bike ebenfalls gut ausbalanciert. Beim Fahren stellt sich das Gefühl ein, dass der Motor merklich zieht. Nachteil: Bei steilen Passagen oder sandigem / steinigen Untergrund tendiert das E-Bike-Vorderrad zum Durchdrehen. Nicht für S-Pedelecs geeignet.
  • Hinterrad-Nabenmotoren
    Sie erfreuen sich vor allem bei sportlichen Trekking- und Urban-E-Bikes sowie der schnellen S-Pedelec-Klasse einer hohen Beliebtheit. Vorteile: Im Gegensatz zu Mittelmotoren praktisch unhörbar; hohes Drehzahlpotenzial und gute Traktionseigenschaften auch auf glattem Untergrund. Deshalb finden sich hier oft besonders kräftige Motoren. Eine Rücktrittbremse ist bei diesen E-Bikes bauartbedingt nicht möglich. Wenn der Akku in der Nähe verbaut ist, neigt das Elektrorad zur Hecklastigkeit, deshalb finden Sie ihn hier in der Regel am vorderen Rahmenrohr.
Energierückgewinnung / Rekuperation – sinnvoll bei E-Bikes?

Auch wenn die Energierückgewinnung gerne als Verkaufsargument zu Verlängerung der Reichweite herangezogen wird. In der Praxis sind allein aufgrund der geringen Masse keine großen Effekte beim E-Bike-fahren zu erwarten. Nützlich wird die Rekuperation vor allem bei längeren Talabfahrten. Hier kann sie die Bremskraft zusätzlich unterstützen, eine mögliche Überlastung der Bremsen verhindern helfen und den Verschleiß mindern. Interessant kann die Rekuperation auch für Sportler werden. Die können so auf freier Strecke nach Belieben “Steigungen” ins Training einbauen.

Welche E-Bike-Motoren sind mit Rekuperation erhältlich?

Da der Motor eine Bremswirkung ausübt, kommen für die Rekuperation praktisch ausschließlich Nabenmotoren am Hinterrad in Frage. E-Bike-Mittelmotoren wie der von Bosch benötigen zum Beispiel einen Freilauf, Vorderrad-Nabenmotoren könnten beim Abbremsen zum Blockieren des Rads führen.
Bild: Bosch

VN:F [1.9.22_1171]
Wie bewerten Sie diesen Artikel?
Rating: 3.0/5 (27 votes cast)
Qual der Wahl: Der richtige E-Bike-Motor, 3.0 out of 5 based on 27 ratings

7 Kommentare

  1. p.flemming sagt:

    Habe ein Pedelec mit MPF-Mittelmotor 36V/250 W, Akku 10 Ah, 360 Wh gekauft.Dieser Motor wird in Holland viel verbaut, bei uns wird er nie genannt. Gibt es div. objektive Erfahrungen mit dem Motor? Entwicklung in Östereich, produz. in Taiwan.
    Kann noch kein Urteil abgeben.Habe noch 2.stärkeren Akku(Gepäckträger) zu gekauft mit 13 Ah/468 Wh.

    VA:F [1.9.22_1171]
    Rating: 0.0/5 (0 votes cast)
  2. Basti sagt:

    E-Bike´s an sich sind schon eine sehr gute Lösung im Großstadtdschungel. Ihre Leistung ist weitreichend was die Akkuleistung angeht. Der Preis und das ist keine Frage, ist definitiv zu hoch. Aber Patentinhaber haben dem nach auch solche Rechte, ….erst Recht wenn die Qualität stimmt, ala Made in Germany. – Ein Hoch auf die E-Bikes, diesen Artikel und der Zukunft.

    Vielen Dank für´s Lesen.

    VA:F [1.9.22_1171]
    Rating: 3.0/5 (2 votes cast)
    • Hallo Basti,

      vielen Dank für den Beitrag! Das Geld für gute E-Bikes, von denen man auch noch nach Jahren etwas hat, ist natürlich nicht aus der Portokasse zu bezahlen.
      Andererseits: Auch ein gutes Fahrrad kostet schnell 700-1.000 Euro.

      Die Gewinnspannen sind dabei weder bei den Herstellern sonderlich hoch, noch im Fahrradhandel. Das Geld fließt also nicht wie bei anderen Produkten ins Marketing, sondern ins Material. Wenn ich mir anschaue, wie hoch die laufenden Kosten für Mobilität – egal ob für ÖPNV oder PKW sind – amortisiert sich der Anschaffungspreis zudem schnell.

      Was mich bei der Preisdiskussion immer fasziniert ist der Vergleich zum PKW: Der durchschnittliche Listenpreis für einen Neuwagen lag 2011 mit 25.893 Euro zehnmal so hoch wie der Durchschnittspreis eines E-Bikes im Premiumfachhandel.

      Überhaupt lohnt sich ein Vergleich zu qualitativ hochwertigen PKWs.
      Bsp. Listenpreis Audi Q5: Knapp 39.900 Euro, elektrischer Kofferraumklappe: 490 Euro … die bringt sicher (wie Leichtmetallfelgen etc.) echten Zusatznutzen 😉

      Viele Grüße,

      Reiner Kolberg

      VN:F [1.9.22_1171]
      Rating: 5.0/5 (1 vote cast)
  3. Bernd Reige sagt:

    Hallo,
    Sie schreiben, dass Derby Cycle den Impulse-Antrieb selbst entwickelt hat. Nach meinem Wissen handelt es sich beim Impulse-Antrieb um Das DAUM-System. Dies haben mir Vertreter von Derby auch auf einer Messe so bestätigt.
    Mit freundlichen Grüßen
    Bernd Reige

    VA:F [1.9.22_1171]
    Rating: 5.0/5 (1 vote cast)
    • Lieber Herr Reige,
      vielen Dank für Ihre Ergänzung.

      Der Impulse-Antrieb wurde – laut Pressemitteilung von Derby Cycle – „gemeinsam mit Daum“ entwickelt.
      Inzwischen gibt es eine 50-prozentige Beteiligung von Derby Cycle im Rahmen eines Joint-Ventures mit der Daum Forschung & Entwicklung GmbH. Dem entsprechend ist es sicher nicht falsch, wenn man sagt, dass es eine Entwicklung von Derby Cycle ist. Ganz korrekt ist es aber mit dieser Ergänzung.

      Herzliche Grüße,
      Reiner Kolberg

      VN:F [1.9.22_1171]
      Rating: 5.0/5 (1 vote cast)

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Bitte geben Sie hier den richtigen Wert ein. *