Bike-Pflegetipps für Herbst und Winter

E-Bike einmotten oder durchfahren? Egal ob man dem Elektrorad im Herbst und Winter eine Auszeit gönnt oder weiter aktiv ist  –  ein kurzer Radcheck und etwas Pflege sollten Sie Ihrem E-Bike gönnen.
E-Bike-Pflege leicht gemacht

Moderne E-Bikes und Fahrräder brauchen regelmäßige Wartung und Pflege

1. Bremsen checken

Die Bremsen von E-Bikes und Fahrrädern sollten zu jeder Jahreszeit einwandfrei funktionieren. So sind Bremsbeläge und Felgen bei Verschleiß umgehend auszutauschen. „Markierungen an den Bremsbelägen sowie Felgen geben hier Aufschluss über die bestehende Funktionstüchtigkeit“, erklärt Peter Horsch vom Hersteller riese und müller (www.r-m.de). Am besten überlässt man solch sicherheitsrelevante Eingriffe dem Fachmann, der übrigens gern auch gleich den kompletten Herbst-/Wintercheck übernimmt. So bieten etwa die im Verbund Service und Fahrrad e. V. (www.vsf.de) organisierten Fachhändler alljährlich einen speziellen „VSF Wintercheck“ zum moderaten Nachsaison-Preis an.

2. Luftdruck: Bodenhaftung und Pannenschutz erhöhen

In der dunklen Jahreszeit erhöht sich tendenziell die Gefahr einer Reifenpanne. „In der Dämmerung und Dunkelheit sieht man Scherben oder andere Reifenkiller oft nicht früh genug“, gibt René Marks vom Reifenhersteller Schwalbe (www.schwalbe.de) zu bedenken. Schutz bieten hier pannensichere Reifen, wie der Marathon Plus von Schwalbe (ab 36,90 Euro).

E-Bike aufpumpenEin Reifen leistet erst mit genügend Luftdruck optimale Dienste. „Beste Laufeigenschaften haben Alltagsreifen in der Regel bei einem Luftdruck, der nah des auf der Reifenflanke angegebenen Maximalwerts liegt“, erklärt Marks. „Bei Straßenglätte kann jedoch ruhig etwas Luft abgelassen werden. Das erhöht die Auflagefläche und damit die Traktion des Reifens.“ Jedoch sollte der ebenfalls auf der Reifenflanke angegebene Minimalwert nie unterschritten werden.
Tipp: Verlassen Sie sich nicht auf den Daumentest! Am besten geeignet sind Standluftpumpen mit integriertem Luftdruckmesser.

Übrigens: Auch wenn das Rad einige Zeit nicht bewegt wird, ist auf den Reifendruck zu achten. „Bei einem platten Reifen können Knickstellen zu Rissbildung führen“, erklärt Marks und empfiehlt vor der E-Bike-Winterpause die Reifen auf den angegebenen Maximaldruck zu bringen.

3. Kette geschmeidig halten

Wasser und Fahrbahnschmutz erhöhen den Verschleiß der Kette, der sich spätestens durch Quietschgeräusche und Rostbildung bemerkbar macht. Darunter leidet allerdings nicht nur die Kette und der Fahrer, sondern auch die Zahnkränze. Die Folge: Antriebskraft geht verloren und teure Reparaturen drohen. Empfehlenswert als Minimalbehandlung ist, die Kette immer mal wieder mit einem öligen Lappen sauber zu wischen.

Wird das Rad im Winter außer Dienst gestellt, kann dem Gliederstrang ruhig etwas mehr Pflege gegönnt werden. Eine gründliche Reinigung der Kette steht dann auf dem Programm. „Spezielle Reinigungsgeräte machen nicht nur die Kette sauber, sondern den gesamten Putzvorgang zur sauberen Sache“, weiß Pflegeexperte Ricci, der mit der Firma Finish Line übrigens die Erfinder dieser Apparatur im Programm hat. „Einfach den ,Chain Cleaner‘ mit etwas Entfetter-Flüssigkeit befüllen, auf die Kette aufstecken und die Kette durchlaufen lassen“, erklärt Ricci. Wird der Gliederstrang im Anschluss noch wie gewohnt geschmiert, sind Leichtlauf und erhöhte Lebensdauer des Antriebs garantiert.

4. Verbindungen fetten

Dort, wo blanke Metalle direkten Kontakt haben, kann eindringende Feuchtigkeit zu Kontaktkorrosion führen – mit der Folge, dass man etwa die Sattelstütze nicht mehr aus dem Rahmen bekommt. „Bauteile wie Sattelstütze, Schnellspanner und Pedalgewinde daher immer mit etwas Fett oder Montagepaste versehen“, erklärt Peter Horsch. Bewegliche Teile wie die Schaltung können ab und zu etwas Sprühöl vertragen.
Tipp: Ein Kontakt der Schmiermittel mit Bremsbelägen, Felgen und Bremsscheiben sollte jedoch vermieden werden.

5. Sicht- und Sichtbarkeit sicherstellen

Die Lichtanlage ist im Winter quasi im Dauereinsatz; Berufspendler fahren morgens und abends mit Licht. Errungenschaften wie Nabendynamo, Doppelverkabelung und LED-Lampen machen aus der vormals schwachen und defektanfälligen Fahrradbeleuchtung eine leistungsstarke Sorglos-Lichtanlage.

E-Bike LichttestTipp:
Besser als nur gesehen werden ist „selbst sehen“. Nachrüsten lohnt sich! „Funktionsadaptionen aus dem Automobilbau wie Tagfahr-, Brems-, Auf- und Abblendlicht emanzipieren Radfahrer heute zu gleichwertigen Verkehrsteilnehmern“, erläutert Sebastian Göttling vom Beleuchtungshersteller Busch & Müller (www.bumm.de).
Hier gibt es übrigens einen beeindruckenden Überblick zu den Lichtstärken moderner Scheinwerfer.
Das Nachrüsten geht übrigens schnell. Tipps: Beim Lampenkauf im auf die Kompatibilität mit dem jeweiligen Dynamo achten! Viele Radhändler bieten preiswerte Updates auf moderne Sorglos-Lichtanlagen an. Ein genereller Funktionscheck ist mitunter sogar kostenlos, etwa bei teilnehmenden Fachgeschäften der Aktion Licht:Check (www.fahrrad-lichtcheck.de).

Meine persönlicher Favoriten:
Frontlicht: Busch & Müller LED-Scheinwerfer Cyo. Für rund 50 Euro ein kleiner und sehr heller LED-Scheinwerfer (40 Lux) mit einem hervorragenden Lichtfeld (inkl. Nahausleuchtung) und Tagfahrlicht mit extahellen LEDs.
Rücklicht:  Busch & Müller LED Rücklicht Toplight Line Plus. Ein 90-mm-Lichtstreifen leuchtet rot und super hell mit einem großen Abstrahlwinkel. Standlicht selbstverständlich inklusive. Neu: Für etwas mehr Geld auch mit „Bremslicht“ erhältlich.

6. Funktionen schützen

Deutlich sorgenfreier ist man im Herbst unterwegs, wenn das E-Bike nicht permanent dem Wetter ausgesetzt ist. Wer nicht über eine Garage oder einen großen Keller verfügt, der hat mit der ADFC-zertifizierten Fahrradgarage „Bike Box 1“ des Stadtmöbelspezialisten wsm (999 Euro, www.wsm.eu) die Möglichkeit, seinem Rad oder E-Bike ein sicheres Dach zu bieten.
Apropos Garage: Wegen der Feuchtigkeit, die ein Auto in die Garage einbringt, ist es gar nicht optimal, ein E-Bike hier mit einzulagern. Besser ist es Pedelecs regengeschützt abzustellen, zum Beispiel unter einem Vordach oder mit einer Fahrrad Schutzhaube zu versehen, die es schon für rund 20 Euro gibt.

wsm BikeBox1

wsm Bike Box 1

7. Auf den Akku achten

Generell gilt: Kälte stresst den Akku. Aber auch bei großer Hitze arbeitet er nicht optimal. Deshalb sollte die Ladung immer ungefähr bei Zimmertemperatur erfolgen. Ideal zum Lagern und Laden sind Temperaturen um 10 Grad. Im Winter sollten Sie den Akku zudem schonen, indem Sie ihn nicht zu stark beanspruchen und bei Nichtgebrauch spätestens alle zwei Monate nachladen. Im Betrieb machen dem Akku niedrige Temperaturen im Regelfall nichts aus. Bei extremen Temperaturen empfiehlt sich ein Blick ins Benutzerhandbuch.

 

Mehr Tipps zur E-Bike-Akku-Pflege im Winter und passendes Zubehör zur kalten Jahreszeit gibt es demnächst auf e-bikeinfo.de.

Bilder: pressedienst fahrrad (www.pd-f.de) – Kay Tkatzik

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2 Kommentare

  1. Wilfried sagt:

    Der Satz unter 7: „Bei extremen Temperaturen empfiehlt sich ein Blick ins Benutzerhandbuch“ finde ich super, da beim Flyer Vollblut 250 kein Benutzerhandbuch ausgeliefert wird! Ansonsten finde ich, gut geschrieben, aber eigentlich für einen „Langzeitfahrer“ nichts neues.

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    • Hallo,

      am besten fragen Sie einfach bei Ihrem Händler oder direkt bei Flyer nach.
      Benutzerhandbücher muss es mindestens zum download geben!
      Beim renommierten Hersteller BikeTec bin ich mir ganz sicher, dass es auch für das Vollblut eins gibt und es ggf. schnell nachgeliefert wird.

      Viele Grüße
      Reiner Kolberg

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